Wie man detaillierte Wandbilder ohne Projektor auf die Wand übertragen kann

Detaillierte Wandbild Designs kann man auf verschiedene Arten an die Wand bringen. Hier zeige ich euch, wie man Wandbilder ohne Projektor auf die Wand übertragen kann.

Warum Wandbilder?

Keine Frage: Wandbilder sind eine super Möglichkeit, eine schmucklose Fläche mit einem hübschen Design aufzuwerten. Entweder geht es einfach nur um etwas Schönes fürs Auge oder vielleicht um eine Message, die mit dem Wandbild transportiert werden soll. Für Unternehmen kann es eine wertvolle Methode sein, ihre Mission und Vision für alle sichtbar zu machen oder auch um mehr Aufmerksamkeit durch Social Media zu bekommen und damit die Bekanntheit und Reichweite zu erhöhen.

Ich durfte in diesem Jahr gleich zwei Wandbilder malen. Das eine habe ich euch in meinem Blogbeitrag bereits vorgestellt. Das andere war sehr viel umfangreicher und detaillierter.  

4 Möglichkeiten, detaillierte Wandbild Designs auf die Wand zu übertragen

Es gibt immer mehrere Wege etwas zu machen. Hier sind vier Möglichkeiten, sein Design an die Wand zu bringen:

  1. Freihand: Entweder das Design frei mit der Hand übertragen oder das Design vorher in Quadrate aufteilen und die Quadrate und deren Inhalte auf die Wand übertragen
  2. Projektor: Mit dem Projektor das Design an die Wand projizieren und die Linien nachzeichnen
  3. Durchschreibepapier: Das Design auf Durchschreibepapier kopieren oder direkt auf Durchschreibepapier anfertigen, an der Wand anbringen und die Linien nachzeichnen
  4. Kopierrädchen: Das Design auf Papier kopieren oder direkt darauf anfertigen; danach die Linien des Designs mit einem Kopierrädchen nachziehen (Hinweis: so ein Gerät wird normalerweise beim Nähen verwendet), das Papier an der Wand anbringen und mit einem Bleistift die gelöcherten Linien nachziehen

Wenn man das Design digital vorliegen hat, ist es sicherlich die einfachste Methode, das Design mit dem Projektor an die Wand zu werfen und zu übertragen. Und nein, das ist kein „Schummeln“ – es ist schließlich immer noch dein Design, was du an die Wand malst – du erleichterst dir nur den Weg dorthin.

Was aber, wenn man keinen Projektor zur Hand hat? Oder wenn die Fläche sich einfach nicht dafür eignet, einen Projektor aufzustellen (zu schmaler Raum, zu wenig Platz allgemein etc.)? Dann muss man sich eben mit Methode 1, 3 oder 4 weiterhelfen. 

Wie ich mein Wandbild Design ohne Projektor auf die Wand übertragen habe

Das Design des Wandbilds

In meinem Fall ging es um folgendes Design: das Wort „Bar“ in Großbuchstaben, die sich aus verschiedenen Dingen zusammensetzen, die mit Barkeeping oder dieser Bar im Speziellen zu tun haben. Die einzelnen Buchstaben haben eine Größe von etwa 120 cm x 70 cm. Das Design sollte auf eine dunkle Wand gemalt werden.

Die "Zielwand" und das Design des Wandbildes

Leider befand sich diese Wand in einer sehr schmalen Nische des Raumes, so dass es von vorneherein klar war, dass nicht mit einem Projektor gearbeitet werden konnte. Da es sich um ein sehr detailliertes Design handelte, hatte ich, ehrlich gesagt, auch wenig Lust, es auf Quadrate per Hand zu übertragen. Durchschreibepapier habe ich in meiner Größe keines gefunden und ein Kopierrädchen hatte ich auch nicht zur Hand. Da es sich bei „meiner“ Wand um eine dunkle Wand handelte, hatte ich noch eine andere Idee: Packpapier und Kreide!

Jedes der drei Buchstaben-Designs wurde von mir direkt auf ein Stück Packpapier gezeichnet, die eine Größe von etwa 120 cm x 70 cm hatten. Nachdem alle drei Buchstaben fertig waren konnte es mit dem Wandbild losgehen.

Arbeitsablauf vor Ort zur Übertragung des Wandbildes

Zunächst musste die konkrete Fläche auf der Wand ausgemessen werden, auf die das Design übertragen werden sollte. Ich zeichnete dafür mit trockener Kreide entsprechende Markierungen an die dunkle Wand. Anschließend strich ich über die gesamte Fläche der Rückseite eines Buchstaben mit der trockenen Kreide, als wollte ich das Papier vollflächig bemalen. Danach nahm ich den ersten Buchstaben und befestigte ihn vorsichtig mit Malerkrepp an vorgesehener Fläche mit der „eingekreideten“ Rückseite an der Wand. Nun nahm ich einen Buntstift und zeichnete alle Linien des Designs durch die Vorderseite nach. So fungierte mein Packpapier mit der Kreideschicht als Durchschreibepapier und übertrug das Design auf die Wand.

Anschließend musste ich nur noch mit einem Acrylstift die Kreidelinien nachzeichnen. Die Spuren der trockenen Kreide ließen sich danach mit einem trockenen Tuch wegwischen.

In jedem Fall war es ein aufwändiger Prozess, auf das Ergebnis war und bin ich immer noch sehr stolz!

Ich hoffe, meine Tipps zum Übertragen von detaillierten Wandbild Design ohne Projektor auf die Wand helfen euch bei eurem nächsten Wandbild weiter! Vielleicht habt ihr aber noch eine ganz andere Art, das Design auf die Wand zu übertragen? Schreibt mir dazu gerne in den Kommentaren!

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Sabine aus WO(rms)

    Liebe Christiane,
    WOW – die BAR ist toll geworden!!!
    Cooler Tip mit der Kreide auf der Rückseite.
    ♡liche Grüße von
    Sabine aus WO(rms)

    1. Christiane

      Vielen lieben Dank! Freut mich, dass der Tipp dir gefällt.
      Herzliche Grüße aus Berlin

  2. René

    Hi Christiane,
    habe zufällig deine Seite entdeckt und bin fasziniert von der Kreidetechnik.
    Darf man sich beim anbringen des Packpapiers mit der Kreiderückseite mit dem Handballen daran abstützen beim Nachzeichnen oder wäre das problematisch?

    Viele Grüße aus Hamburg
    René

    1. Christiane

      Hi René,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich glaube, man muss schon etwas aufpassen, damit nicht zu viel Kreide an Stellen übertragen wird, an denen man es eigentlich nicht wollte. Denn wenn Du Dich mit dem Handballen abstützt (ihn beim Zeichnen auf der Wand ablegst), wird natürlich auch ein wenig Kreide auf die Wand übertragen. Aber es sollte mehr so wie eine leichte Staubwolke sein und nicht so intensiv, wie die mit dem Stift nachgezeichneten Illustrationen. Bei mir war es zum Glück nicht so viel (man stützt sich halt doch immer irgendwie ab!) und ließ sich nach Fertigstellung später problemlos mit einem weichen, trockenen Lappen abwischen.
      Du könntest sonst auch ausprobieren, mit einem längeren Stock/Stab zum Ablegen des Handgelenks während des Nachzeichnens zu arbeiten – Du hältst dabei den Stab mit der einen Hand und legst ihn mit einem Ende zur besseren Kontrolle auf der Wand auf, während Du Deine Schreib-/Zeichenhand beim Zeichnen darauf abstützt. Ist aber aus meiner Sicht ein wenig umständlich zu handhaben an einer senkrechten Wand…

      Hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen!

      Viel Erfolg und beste Grüße
      Christiane

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